Programmieren im Kunstunterricht mit p5.js

Ein 138 Seiten starkes Lern- und Aufgabenbuch für Kunstlehrer und Kunstschüler

Als Lehrer oder Schüler können Sie dieses Buch privat und für den Unterricht kostenlos nutzen. Über Rückmeldungen und Anregungen würde ich mich freuen.

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Vorwort

Programmieren lernen im Kunstunterricht? Hallo!!! Geht’s noch?! Was hat der Computer im Kunstunterricht verloren?

Nun, wenn es auch einige Menschen noch nicht gemerkt haben, neben Pinsel, Stift, Spachtel, … ist der Computer inzwischen ein wichtiges Werkzeug auch für Künstler und Designer geworden. Warum sollte man dieses Werkzeug den Schülern im Kunstunterricht vorenthalten? Ist doch digitale Bildung im Schul­unter­richt zurzeit ein hochaktuelles Thema. Digitale Bildung ist meines Erachtens aber etwas mehr als im Internet zu recherchieren, Textbearbeitungs­pro­gramme zu nutzen oder einen PowerPoint-Vortrag zu erstellen. Zur Medienkompetenz gehört auch ein Grundverständnis im Programmieren. Wer keine Grund­kenntnisse in einer Programmiersprache besitzt, der kann digital auch nicht innovativ und kreativ sein. Warum sind Google, Face­book, Microsoft, Apple, … keine deutschen Unternehmen?

Kreativität soll gerade im Kunstunterricht gefördert werden. Der Computer selbst ist aber nicht kreativ. Er ist neben Pinsel, Stift, … aber ein weiteres mächtiges Werkzeug für kreative Menschen, die ihre Ideen in Projekte umsetzen wollen. Der Mensch bleibt also der Gestalter, der den Computer als Werkzeug benutzt.

Im Kunstunterricht können Lehrer ganz konkrete, fachbezogene Aufgaben stellen, die dann mittels Pro­grammierung gelöst werden müssen. Weiterhin besteht die Möglichkeit, fächerüber­greifend mit dem Fach Informatik zusammenzuarbeiten. Somit ist das Erlernen einer Programmiersprache kein Selbstzweck, sondern erfolgt, eingebunden in den fachlichen Kontext, zielgerichtet. Da­durch erfahren die Schüler, dass ihre Programmierkenntnisse wirklich nützlich sind.

Für unsere Programmierübungen benutzen wir in diesem Buch die JavaScript-Bibliothek p5.js. Sie wurde von der Künstlerin und Programmiererin Lauren McCarthy, aufbauend auf der Software Processing, geschaffen und verfolgt auch deren Ziel: Künstlern, Designer, Lehrern sowie Programmier­anfängern ein Mittel an die Hand zu geben, mit dem sie recht einfach ihre Ideen digital in Kunstwerke umsetzen können. Mit p5.js benutzt man aber nicht einfach ein fertiges Zeichen­programm oder Bildbearbeitungsprogramm. Mit p5.js baut man sich seine Werkzeuge zur kreativen Gestaltung selbst und erschließt sich so neue gestalterische Möglichkeiten, deren Ergebnis man in einem Webbrowser der Weltöffentlichkeit zeigen kann.

Das vorliegende Buch mit seinen 96 Beispielprogrammen und 50 Übungsaufgaben ist gedacht als Mut­macher für den Einstieg in die große Welt der digitalen Kunst. Auf seinen 138 Seiten kann es nicht alle Aspekte abdecken, aber wenn der Anfang gemacht ist, vielleicht bekommt man dann Lust auf MEHR!

Walter Stein

Bad Münstereifel im Januar 2019